Positionspapier
Stellungnahme der LAG Hessen - Sozialarbeit in Schulen
Zur Kooperation Jugendhilfe-Schule
Beschluss der LAG Hessen - Sozialarbeit in Schulen Gersfeld/Rhön, 27.5.2003Sehr geehrte Damen und Herren,
innerhalb Hessens wird in den letzten Jahren ausschließlich auf Entscheidungsträgerebene über Sozialarbeit in Schulen diskutiert, vor allem über die von der "Landesservicestelle Jugendhilfe-Schule" (LSS, beim bsj Marburg e.V.) favorisierten mobilen Konzepte ("projektorientierte Schulsozialarbeit"). Dabei entstand eine große Anzahl von Veröffentlichungen, die sich schwerpunktmäßig mit den organisatorischen Rahmenbedingungen auseinandersetzen und nicht auf inhaltliche Konzepte eingehen. Es bleiben viele Fragen - u.a. zum finanziellen Gesamtvolumen - unbeantwortet, konkrete Umsetzungsvorschläge fehlen.
Die LAG Hessen - Sozialarbeit in Schulen beobachtet diese Entwicklung kritisch.Bezüglich der Schrift Regionale Kooperation von Jugendhilfe und Schule in Hessen, die die LSS als Bericht an das Hessische Sozialministerium im August 2001 veröffentlicht hat, halten wir fest, dass die LAG Hessen - Sozialarbeit in Schulen in keiner Weise gehört oder befragt wurde. Die Vorstellungen und langjährigen Erfahrungen der Mitgliedseinrichtungen der LAG Hessen - Sozialarbeit in Schulen im Bereich der Kooperation Jugendhilfe-Schule wurden dadurch nicht genutzt, wichtige Aspekte der alltäglichen und erfolgreichen Kooperationspraxis nicht berücksichtigt. Unserer Ansicht nach werden dabei zwangsläufig Teilbereiche verzerrt wahrgenommen bzw. dargestellt. Daher stellen wir die Ganzheitlichkeit des Berichtes in Frage.
Aufgrund unserer Erfahrungen in der konkreten Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule bezweifeln wir, dass die infrastrukturellen Voraussetzungen für die mobilen Konzepte gegeben sind. Dazu gehören insbesondere die Möglichkeit zu zeit- und personalintensiven Absprachen zwischen den Beteiligten, langfristige Planungssicherheit und damit verbunden die rechtzeitige Antragstellung, aber auch die Verankerung in der Schule und die Akzeptanz durch die Schulgemeinde. Im Gegensatz dazu steht die in den Mitgliedseinrichtungen der LAG Hessen - Sozialarbeit in Schulen seit vielen Jahren praktizierte verlässliche Schulsozialarbeit als intensivste Form der Zusammenarbeit an der Schnittstelle von Jugendhilfe und Schule, die von der LSS als "klassisch" bezeichnet wird.
Die Vorzüge unserer Arbeit sind ein kontinuierliches, zeitnahes, flexibles und an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientiertes Handeln. Inhalte sind sowohl projektorientierte Angebote als auch Maßnahmen zur Sucht- und Gewaltprävention, Krisenintervention, etc..
Nicht zuletzt aus diesen Gründen schätzen viele Schulleitungen und Kollegien die Form der verlässlichen Schulsozialarbeit und fordern ihren Ausbau (vgl. LSS: "Perspektiven der schulbezogenen Jugend- und Sozialarbeit", S. 1).
Gleicher Meinung ist auch die GEW, vgl. GEW-Positionspapier zur Schulsozialarbeit, September 2002.
Die Umsetzung der Qualitätsstandards der LAG Hessen - Sozialarbeit in Schulen, die auch von der LSS nicht in Frage gestellt werden, ermöglichen ein selbständiges und autonomes Handeln in gleichberechtigter Zusammenarbeit mit den Kollegien der Schulen (vgl. Rahmenrichtlinien der LAG Hessen - Sozialarbeit in Schulen).Weitere Informationen zur LAG Hessen - Sozialarbeit in Schulen, den einzelnen Mitgliedseinrichtungen und ihren Arbeitsschwerpunkten finden Sie auf unserer Homepage: www.sozialarbeit-schule-hessen.de
Diese Stellungnahme ist weiterhin gültig und stellt auch heute noch unsere Position zur Kooperation von Jugendhilfe und Schule im Rahmen von Sozialarbeit in Schulen dar.
